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Imkern in Spandau
Die Bienenhaltung ist - außer in der dichtbesiedelten Innenstadt Spandaus, Teilen der der Neustadt und der Wilhelmstadt - praktisch überall "ortsüblich". Spandau wird von Havel und Spree durchflossen, mit Anlagen und Gärten an den Ufern. Im Norden von Spandau liegt der ausgedehnte Stadtforst, an den sich Villensiedlungen anschließen. Nach Süden folgt das Falkenhagener Feld mit aufgelockerter Bebauung, vielen Grünanlagen und dem Friedhof "In den Kisseln". Das Gebiet der Wasserstadt, die Gegend um die Zitadelle, der Stadtteil Haselhorst und die westliche Siemensstadt vom Hohenzollernkanal im Norden bis hinunter zur Spree bieten den Bienen eine abwechslungsreiche Vegetation. In Tiefwerder, Pichelsdorf und den aufgelockerten Wohngebieten entlang der Heerstraße bis zur Stadtgrenze in Staaken stehen viele Bienenvölker. Gut geeignet für die Imkerei sind alle Standorte südlich der Heerstraße, wie Weinmeisterhöhe, Gatow, Hohengatow, das Gebiet der ehemaligen Rieselfelder, die Gatower Heide, die Helleberge, die Landstadt Gatow, Kladow und Groß Glienicke. Kleingartenvereine sollen die Bienenhaltung fördern!
Der Imkerverein Spandau

- Der Stand des Imkervereins Spandau auf dem Imchenfest in Kladow
wurde im Jahre 1900 gegründet. Mit einer Festschrift feierte er im Jahre 2000 sein hundertjähriges Bestehen. Der Verein hat im Mai 2013 68 Mitglieder, von denen jetzt ca. 446 Bienenvölker gehalten werden. Die Zahl der Imker nimmt in unserem Bezirk in den letzten Jahren stetig zu und die Zahl der gemeldeten Bienenvölker steigt nach vorübergehendem Rückgang (harte Winter?) an. In den Sommern 2010 bis 2013 mußten die Imker sich bemühen, nach starken Winterverlusten die Völkerzahl wieder anzuheben. Das anhaltende Interesse von Personen aller Altersgruppen, sich mit der Bienenhaltung zu beschäftigen, ist als ein Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit anzusehen. Unter ihnen sind auch Jugendliche, die inzwischen selbständige Imker geworden sind. Um fehlenden Nachwuchs machen wir uns keine Sorgen.
Die Imker in Spandau sind mit den Angeboten der Natur für ihre Bienen stets sehr zufrieden. Die Flora bietet hier im Jahresverlauf einen ungeheueren Reichtum, vor allem im Frühling, Ahorn-, Obstblüten- und Kastanienhonig, später Akazien-(Robinien-)honig und im Sommer einen Mischhonig aus den Garten-, Park- und Waldanlagen des Bezirkes, sowie vor allem Lindenhonig. Die Untersuchungen von Spandauer Honig ergaben in den letzen Jahren in einzelnen Proben Blütenpollen von mehr als 60 verschiedenen Pflanzen. Das ist in Deutschland ein Spitzenwert! Aber wegen der reichen Flora ist es so schwierig, reine Sortenhonige zu ernten. Der Geschmack dagegen ist bei Mischhonig vielfältiger und wird sehr gelobt. Um das Angebot abzurunden, wandern einige Imker im Frühjahr/Sommer mit den Bienenvölkern nach Brandenburg und ernten dort weitere Sortenhonige, wie z. B. Raps, Kornblume, Phacelia, Sonnenblume. Das Pollenangebot (Blütenstaub) der Pflanzen als Eiweißnahrung für die Bienen ist in Spandau zu jeder Jahreszeit gut.
Monatliche Imkerversammlung
Die Mitglieder des Imkervereins Spandau halten ihre Versammlungen in den Monaten Februar, März, April, Mai und Juni und nach den Sommerferien im September, Oktober und November, jeweils am ersten Mittwoch des Monats, um 19:00 Uhr, im
Seniorenclub "Lindenufer", Mauerstraße 10 A, in Berlin-Spandau,
ab. Der Seniorenclub liegt im Zentrum von Spandau, hinter dem Rathaus, an der Havel. U-Bahn: Rathaus Spandau; S-Bahn: Bahnhof Berlin-Spandau. Entfernung von beiden Stationen 2 bis 3 Gehminuten.
Die nächste Monatsversammlung findet statt am
Mittwoch, den 8. Mai 2013, um 19 Uhr.
Themen: Arbeiten während des Monats, erste Honigernte, Königinnenzucht, Varroabekämpfung, Verbandsnachrichten.
Am Mittwoch, den 8. Mai 2013
sind die Futterkranzproben für die flächendeckende bakteriologische Untersuchung abzugeben. Sehe hierfür unten unter "Aktivitäten".
Am Sonntag, den 12. Mai 2013, von 10 bis 11 Uhr,
findet die Zuchtstoffabgabe von Carnicamaterial (Troiseck, Inselkönigin Sylt)
kostenlos am Lehrbienenstand, hinter der Revierförsterei Gatow, statt. Siehe hierfür unten unter "Aktivitäten".
Die übernächste Monats - Versammlung folgt am
Mittwoch, den 5. Juni 2013, um 19 Uhr.
Themen: Imkerarbeiten der Saison, Königinnenzucht, Honigverarbeitung, Vereinsnachrichten.
Aktivitäten
Weitere Planungen für die nächsten Monate geben wir an dieser Stelle bekannt. Mitglieder werden mit eMail oder Brief zu den Veranstaltungen eingeladen.
Wir nehmen uns viel Zeit, grundlegende Fragen der Imkertechnik und neue Erfahrungen in der Bienengesundheit eingehend zu diskutieren.
Die flächendeckende freiwillige bakteriologische Untersuchung der Bienenvölker von 25 Spandauer Imkern auf bösartige Faulbrut erfolgt wieder mit
Futterkranzproben am 8. Mai 2013.
Sie werden von 17 bis 18 Uhr in der Wohnung des 1. Vorsitzenden, Hartmut Kirsch, Aspenweg 3, oder zu Beginn der Imkerversammlung, am selben Tage um 19 Uhr, angenommen.
Wegen der extrem kalten Witterung mußten wir die Abgabe der Futterkranzproben in diesem Jahr um einen Monat auf Mai verschieben.
Spandau war 2012 faulbrutfrei !
Die Versendung von Einwabenkästchen (EWKs) mit unbegatteten Königinnen auf eine Inselbelegstelle der Insel Sylt zur Begattung findet jedes Jahr im Mai statt.
Carnica- Zuchtstoff zur Nachzucht von eigenen Königinnen wird an interessierte Imker am Sonntag, den 12.5.2013, von 10 bis 11 Uhr, am Lehrbienenstand bei der Revierförsterei Gatow, Kladower Damm 148, 14089 Berlin-Hohengatow, abgegeben.
Buckfastzuchtstoff steht in diesem Jahr nicht zur Verfügung.Nachfragen hierzu an Herrn Dudel, Tel. 365 74 95.
Imker, welche diesen Termin nicht wahrnehmen können, haben außerdem die Möglichkeit, für Zuchtstoff einen anderen Termin mit Herrn Kirsch oder Herrn Dudel während der Sommermonate zu vereinbaren.
Im vorigen Jahr begingen wir am 1. Sonntag im Juli, den 1. Juli 2012, wie jedes Jahr, nachmittags ab 14 Uhr an unserem Lehrbienenstand in Hohengatow den "Tag der deutschen Imkerei", bei kühlen Getränken und guten Speisen. Es waren über 30 Mitglieder und Gäste anwesend. Ein Treffen dieser Art wird auch 2013 bei gutem Wetter stattfinden.
Hilfen für Anfänger
Der Imkerverein Spandau möchte Interessenten für die Bienenhaltung beraten und fördern. Sie können von einem Mitglied in die praktische Imkerarbeit eingeführt und über einen längeren Zeitraum betreut werden, bis Sie sich zu einer selbständigen Tätigkeit in der Lage fühlen. Der Imkerverein Spandau kann Ihnen für den Anfang eine Bienenbeute und ein Ablegervolk zur Verfügung stellen. Außerdem sind eine Reihe weiterer Gerätschaften erforderlich, die Sie sich selbst zulegen müssen.
In unserem Verein wird fast ausschließlich in frei stehenden Magazinen mit den Rähmchenmaßen DN-Maß, Zander, Langstroth und Dadant geimkert. Verwendung finden Styropor- und Holzbeuten. Es wird auch das Kuntzschmaß in der Golz- und der Hinterbehandlungsbeute benutzt.
Informationsveranstaltung
Kurzfristig wurde eine Informationsveranstaltung für Interessenten am "summenden Hobby" für
Sonntag, den 5. Mai 2013, von 10 bis 13 Uhr,
vereinbart. Der Imkerveren Spandau informiert über die Grundzüge der Bienenhaltung und erklärt die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Imkerei.
Da der Veranstaltungsort vom Wetter abhängig ist, möchten sich Interessenten bitte bei Hartmut Kirsch, unserem 1. Vorsitzenden, telefonisch unter 335 44 41, oder per eMail an MonikaKirsch@gmx.net, wenden.
Ansonten besuchen Sie doch stets unsere monatlichen Imkerversammlungen, bei denen Sie zu jeder Jahreszeit Kenntnisse über die wichtigen Arbeiten an den Bienenvölkern und dem nötigen Imkermaterial erhalten können und weitere praktische und theoretische Kenntnisse vermittelt bekommen.
Imkerunterricht

- Der Lehrbienenstand in Hohengatow
Zur Förderung des Nachwuchses hat der Imkerverein Spandau 1995 mit Spenden der Mitglieder ein kleines Holzgebäude als "Lehrbienenstand" hinter der Revierförsterei Gatow, Kladower Damm 148, 14089 Berlin-Hohengatow, errichtet. Dort werden einige Bienenvölker gehalten. Obmann für den Lehrbienenstand ist Josef Meinhardt.
Der Lehrbienenstand hat sich zu einem Publikumsmagneten für Spaziergänger und Bienenfreunde entwickelt. Anwesende Imker sind immer bereit, Auskünfte zu ihrer Tätigkeit an den Bienen zu geben!
Wir wollen denen, die Fragen zur Bienenhaltung haben, außerhalb von Informationsveranstaltungen am Lehrbienenstand mit Rat und Tat zur Seite stehen!
Eine Informationsveranstaltung wird zu Beginn der neuen Saison im Frühjahr 2013 stattfinden. Der Termin ist noch nicht festgelegt. Er wird hier und im Spandauer Volksblatt angegeben werden.
Imkerkurse während mehrerer Wochen werden im Sommer von einigen Imkervereinen im Stadtgebiet und dem Institut für Biologie/Zoologie der FU Berlin angeboten. Bitte entnehmen Sie die Termine dem Internet.
Königinnenzucht
Mehrere Mitglieder des Vereins beteiligen sich an der Bienenzucht bzw. Königinnenvermehrung für die Rassen Carnica und Buckfast. Wenden Sie sich im Frühjahr 2013 an den Verein, wenn Sie mit Zuchtstoff, Königinnen oder jungen Bienenvölkern versorgt werden wollen. Völker können Sie bei mehreren Imkern in beschränkter Zahl nach vorheriger Absprache erhalten. In unserem Verein sind die Rähmchenmaße DN-Maß, Zander, Langstroth und Dadant üblich.
Wir bieten auch 2013 eine kostenlose Zuchtstoffabgabe als "Umlarvtermin" für Bienenmaden zur Carnica-Troiseck-und zur Buckfast - Königinnenzucht am Sonntag, den 12. Mai 2013, von 10 bis 11 Uhr, am Lehrbienenstand in Hohengatow, Kladower Damm 148, hinter der Revierförsterei Gatow, an.
Auch nach diesem Umlarvtermin werden wir bei weiterem Bedarf in den Sommermonaten kostenlos Zuchtstoff abgeben. Sie können sich dann wegen Carnicazuchtstoff an Herrn Kirsch und wegen Buckfastzuchtstoff an Herrn Dudel wenden. Königinnen und junge Bienenvölker können auf Bestellung bereitgestellt werden.
Erfahrungen der Spandauer Imker 2011 und 2012
Die Winterverluste an Bienenvölkern sind im Bereich des Imkervereins Spandau (wie überall in Berlin) in den letzten Jahren stets hoch gewesen. Jedoch gingen die Verluste im Winter 2011/2012 wieder leicht zurück, lagen aber bei fast 30%. Die Gründe für die Zunahme der Verluste sind vielfältig: Die wichtigste Ursache für den Völkertod im Winter stellt die bienenschädigende Varroamilbe dar, durch deren Befall sich die Widerstandskraft der einzelnen Biene gegen alle negativen Umwelteinflüsse erheblich vermindert. Auch die Witterung, der Bienenstandort, z. B. eine feuchte Umgebung, die allgemeine Belastung der umgebenden Natur mit Krankheitskeimen, die Wahl des Winterfutters und nicht zuletzt die im Fluggebiet der Bienen vom Menschen eingesetzten Insektizide, schwächen die Bienen erheblich, so daß viele Völker die kalte Jahreszeit nicht überleben. Jedoch spielen Insektizide in der gesamten Stadt Berlin, im Gegensatz zu den Landwirtschaftsgebieten Brandenburgs, als Ursache für den Bienentod nur eine geringe Rolle.
Die Behandlung der Bienen durch den Imker muß mit hinreichenden Mitteln und zum rechten Zeitpunkt, vor allem im Spätsommer und Herbst, im Zuge der Einwinterungmaßnahmen der Völker erfolgen. Wir sind heute in der Lage, diese Behandlung mit biologischen Mitteln, die im Handel erhältlich sind, vollkommen ausreichend vorzunehmen, so daß wir nicht mehr auf Chemikalien angewiesen sind, welche Rückstände in Honig und Wachs hinterlassen.
Im Sommer 2012 konnten sich unsere Bienenvölker hervorragend entwickeln und reichlich Nektar zu allen Blütentrachten sammeln. Die endgültige Übersicht ergibt einen mindestens durchschnittlichen Ertrag, jedoch offenbar mit erheblichen regionalen Unterschieden in verschiedenen Teilen des Bezirks. Nur Waldhonig konnte bei der nassen Witterung nicht geerntet werden. Dagegen war der Nektareintrag im Herbst hoch, so daß teilweise in geringem Umfang auf einen Teil der Wintereinfütterung verzichtet werden konnte. Die reichlich vorhandene, wild wachsende Goldrute brachte kaum einen Ertrag. Heidehonig gibt es in unserem Bezirk - trotz vorhandener Ödflächen - nicht. Damit ist die Honigernte 2012 mindestens als zufriedenstellend anzusehen.
Die Witterung des Sommers wich 2012 wiederum von sonstigen Erfahrungen erheblich ab: Nach einem trockenen Frühjahr gab es einen besonders regenreichen und kühlen Sommer. Der Herbst brachte weniger Niederschlag, aber Wärme und mehr Sonnentage, Jedoch brachten die Bienen zu dieser Jahreszeit nur noch den Nektar ein, den sie selbst als Wintervorrat benötigen, ohne daß der Imker davon ernten kann. Die Schwarmneigung des Sommers 2012 ist als "gering" zu bezeichnen.
Ende Dezember 2012 - Anfang Januar 2013 dachten bei der warmen Witterung manche Bienenvölker, der Frühling sei bereits angebrochen und haben ab Weihnachten 2012 ansehnliche Brutnester angelegt. Beim Frosteinbruch im Februar 2013 war diese Brut sehr gefährdet und die Völker mußten viel Energie aufbringen, um die richtige Bruttemperatur zu halten. Eine Reihe von Bienenvölkern ist in der verspäteten, anhaltenden Frostperiode seit dem 10. März 2013 eingegangen. Bis in den April bestand ein hartes Winterwetter, wie es seit mehr als 100 Jahren zu dieser Jahreszeit nicht vorgekommen sein soll. Seit Mitte April versuchen unsere überlebenden Völker die Entwicklung nachzuholen, welche in anderen Jahren bei warmem Wetter bereits im März beginnt. Die Zucht junger Völker, welche sich in diesem Sommer entwickeln werden, wird bereits durchgeführt, um die Winterverluste zu ersetzen.
