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9.9.2010 : 12:37 : +0200

Zucht der Honigbiene

Einige Qualitätskriterien in der Zucht der Honigbiene sind:

Leistung, Sanftmut, Wabensitz, Winterfestigkeit, Frühjahrsentwicklung, Volksstärke, Schwarmtrieb und Krankheitsanfälligkeit.

Um die guten Eigenschaften unserer heimischen Bienen in dieser Hinsicht aufrecht zu erhalten und außerdem ständig zu verbessern, sind alljährlich züchterische Programme notwendig, die von Zuchtverbänden und einzelnen Bienenzüchtern in mühevoller Arbeit ausgeführt werden. Wenn nicht ausgelesen und gezüchtet wird, neigen unsere Bienen ? mehr als andere Tiere ? zum Verlust der erworbenen positiven züchterischen Merkmale. Besonders wichtig ist in unserer dicht besiedelten Stadt das Merkmal ?Sanftmut?, an dem in Auseinandersetzungen mit Kritikern die Qualität einer Bienenzucht gemessen wird. Unruhige und aufdringliche Bienen werden hier nicht geduldet.

Mit der Carnica und der Buckfast können wir in Berlin zwischen zwei Bienenrassen wählen, die an unser Klima und unsere Ansprüche vollständig angepaßt sind. Der Imker sollte sich für die Haltung von Bienen einer einzigen Rasse entscheiden, da die Führung verschiedener Rassen doch in wesentlichen Punkten von einander abweicht. Alle 13 Berliner Imkervereine haben einen Zuchtwart, der die Zuchtbemühungen innerhalb des Vereins koordiniert. Nur so kann ein Qualitätsstandard in der Bienenhaltung aufrecht erhalten und ein Fortschritt erzielt werden. Auf diese Weise bereitet die Bienenhaltung Freude und führt zum Erfolg. Solche Gesichtspunkte werden leider von manchen Imkern zu wenig berücksichtigt. Die Verwilderung unserer Bienen auf das sehr niedrige Niveau einer schlechten ?Landbiene? mit ungünstigen Eigenschaften wäre ohne ständige züchterische Auslese nicht zu vermeiden.

Jeder Imker ist gut beraten, sich Königinnen aus der Reinzucht der Carnica oder der kontrollierten Paarung der Buckfastbiene zu besorgen. Dies sollte unbedingt in ein- bis zweijährigem Abstand geschehen, um sich von einer oder mehreren aus einer Carnica- oder Buckfastzucht stammenden Königinnen die eigenen Wirtschaftsköniginnen nachzuziehen.

Wirtschaftsköniginnen zeigen ihre höchste Leistung im Jahr nach der Geburt. Sie sollten aus Ertragsgründen und um die Schwarmneigung nicht zu fördern jährlich, mindestens jedoch alle 2 Jahre, durch junge Königinnen ersetzt werden.

Der Imker kann Jungköniginnen aus eigener Zucht zur Paarung auf eine Land- oder Inselbelegstelle schicken, wo Drohnenvölker von gekörten Zuchtmüttern während des Sommers aufgestellt werden. Er nimmt damit an der Reinzucht teil. Inselbelegstellen sind wegen ihrer isolierten Lage weit sicherer bei der gewünschten Anpaarung. Eine andere, völlig sichere Methode der Anpaarung ist die instrumentelle, künstliche Besamung, die mit dem Sperma von Drohnen aus gekörten Drohnenvölkern vorgenommen wird.

Der Imkerverband Berlin e.V. organisiert in jedem Frühsommer Sammeltransporte für die Begattungskästchen der Imker zu den besonders sicheren Inselbelegstellen für die verschiedenen Carnicalinien auf den Nordseeinseln.

Halter der Buckfastbiene können sich zur Reinpaarung an der jährlichen Beschickung der Ostseeinsel Greifswalder Oie des Landesverbandes der Imker Mecklenburg und Vorpommern e.V. beteiligen.

Für die instrumentelle Besamung mit Carnica- oder Buckfastmaterial stehen in der näheren Umgebung Berlins mehrere erfahrene Besamer zur Verfügung, die auch das notwendige Drohnenmaterial zur Verfügung haben.

Wer sich selbst aktiv an der Zucht beteiligen will, kann dies, nachdem er die Imkerei hinreichend erlernt hat, in Zusammenarbeit mit dem Zuchtwart seines Imkervereins tun.