
Die Bienenhaltung ist in Gebieten mit aufgelockerter Bebauung und mit Gartenanlagen ohne weiteres möglich und in Berlin ortsüblich. In reinen Wohngebieten mit dichter Bebauung ist sie nicht gestattet. Der Imker muß sich so verhalten, daß seine Nachbarn nicht mehr als unumgänglich erforderlich belästigt und die Rechte anderer nicht beeinträchtigt werden. Da für die Bienenhaltung keine starren Verordnungen bestehen, kommt es vor allem auf ein rücksichtsvolles Vorgehen und gutes Verhältnis zu den Nachbarn an.
Das Grundstück, auf dem die Bienen gehalten werden, sollte bei geeigneter Bebauung und Bepflanzung eine Größe von 500 qm haben. Für die Aufstellung der Magazine oder des Bienenhauses kommen vor allem größere Gartengrundstücke in geeigneter Umgebung, Ränder von Parks oder Waldgebieten in Betracht. Manche Kleingartenkolonien haben ein besonderes Interesse an der Bienenhaltung, obwohl die Parzellen sehr klein sind. Trotzdem berücksichtigen sie die Aufstellung von Völkern in ihrer Satzung und stellen eine Parzelle zur Verfügung. Dort, wo die Möglichkeiten der Bienenhaltung überhaupt gegeben sind, kann man stets 3 bis 5 Bienenkästen aufstellen.
Stellen Sie die Völker möglichst weitab vom Verkehr, z.B. an den hinteren Rand eines Grundstückes, aber keinesfalls in den Vorgarten oder in die Nähe eines begangenen Weges. Die Anzahl der Bienenvölker muß der Größe des Grundstückes entsprechen, es darf nicht ?überbesetzt? sein. Die Flugöffnung der Bienenkästen soll nicht in Richtung des Zaunes liegen. Am besten pflanzt man am Zaun zum Nachbargrundstück eine 2 m hohe Hecke oder bringt einen gleichhohen Sichtschutz an. Die Bienen gehen den Hindernissen aus dem Weg und fliegen so über die Köpfe von Personen an und ab. Dann werden Nachbarn überhaupt nicht belästigt. Für die Aufstellung der Beuten sind Bodensenken ungeeignet, weil sich dort Kälte und Nebel zu lange halten. Die Aktivität der Bienen wird durch eine rasche Erwärmung des Standplatzes am Morgen und eine windgeschützte Aufstellung gefördert. Die Magazine sollten im Schatten oder Halbschatten stehen. Bienen benötigen Wasser zur Tränke. In Berlin wird es an nahegelegenen Wasservorkommen kaum mangeln, nur selten muß eine Tränke aufgestellt werden. Der Stellplatz sollte mit einem Auto erreichbar sein, um die recht schweren Bienenbeuten transportieren zu können.
Im Umkreis von 1 bis 2 km um den Bienenstandort muß die Vegetation während Frühjahr und Sommer eine kontinuierliche Versorgung mit Nektar, Honigtau und Pollen gewährleisten.
Prüfen Sie deshalb gemeinsam mit einem Imker, ob die Voraussetzungen für die Aufstellung von Bienenvölkern gegeben sind.
